10.10. Tom Ludwig

Darf man alles beten?

Liebe WhatsApp-Gemeinde, wie sieht euer Gebetsleben aus? Betet ihr regelmäßig zu Hause oder eher sporadisch? Oder betet ihr nur in der Kirche oder wenn ihr irgendwo zu einer kirchlichen Veranstaltung seid? Oder betet ihr nur, wenn ihr in Not seid. Not lehrt ja bekanntlich beten. Betet ihr lieber frei oder mit vorgefertigten Gebeten, wie Vaterunser oder Tischgebete? Und wenn ihr betet, was sagt ihr Gott? Darf man eigentlich Gott alles sagen? Oder gibt es Gebete, die Gott nicht gefallen? Ich mach euch ein paar Vorschläge:

  • Lieber Gott, bitte schicke meinem Nachbarn ein Unglück! Ich kann ihn nicht leiden.
  • Lieber Gott, bitte lass mich ganz viel Geld bekommen!
  • Lieber Gott, bitte vergib mir! Ich habe etwas falsch gemacht.
  • Lieber Gott, bitte mach meine Oma wieder gesund!
  • Lieber Gott, bitte hilf mir bei der Prüfung morgen!
  • Lieber Gott, danke für mein Leben.
  • Lieber Gott, danke, dass ich besser bin als andere Menschen.
  • Lieber Gott, bitte hilf mir, bei meinen Kollegen anerkannt zu sein!
  • Lieber Gott, bitte lass den Krieg aufhören und schenke Frieden!
  • Lieber Gott, danke, dass du mir alles gibst, was ich zum Leben brauche.

Welche dieser Gebete sind gute und welche nicht so gute Gebete? Worüber freut sich Gott und worüber nicht so? Gibt es diesen Unterschied überhaupt oder freut sich Gott über jedes Gebet? Auch heute möchte ich wieder ein Gleichnis mit euch bedenken, das uns vielleicht Antwort auf diese Fragen gibt:

Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zolleinnehmer

Jesus erzählte ein weiteres Gleichnis. Er wandte sich damit besonders an die Menschen, die selbstgerecht sind und auf andere herabsehen: »Zwei Männer gingen hinauf in den Tempel, um zu beten. Der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zolleinnehmer. Selbstsicher stand der Pharisäer dort und betete: ›Ich danke dir, Gott, dass ich nicht so bin wie andere Leute: kein Räuber, kein Betrüger, kein Ehebrecher und auch nicht wie dieser Zolleinnehmer da hinten. Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe von allen meinen Einkünften den zehnten Teil für dich.‹ Der Zolleinnehmer dagegen blieb verlegen am Eingang stehen und wagte es nicht einmal aufzusehen. Schuldbewusst betete er: ›Gott, sei mir gnädig und vergib mir, ich weiß, dass ich ein Sünder bin!‹ Ihr könnt sicher sein, dieser Mann ging von seiner Schuld befreit nach Hause, nicht aber der Pharisäer. Denn wer sich selbst ehrt, wird gedemütigt werden; aber wer sich selbst erniedrigt, wird geehrt werden.«

Ich finde, für unser Gebetsleben können wir aus diesem Gleichnis einiges lernen. Drei Gedanken möchte ich dazu äußern:

1. Wir sollten nicht egoistisch beten. Natürlich dürfen wir auch für uns selbst beten, das ist keine Frage, aber bitte nicht nur. Im Gebet sollten wir immer auch an andere denken und nicht nur auf unseren eigenen Vorteil bedacht sein.

2. Wir sollten mit unserem Gebet keinem schaden wollen. Negative Gebete, wo es um Schaden und Fluch und Unglück für andere geht, sind nicht im Sinne Gottes. Gott liebt jeden Menschen, auch die, die wir nicht mögen oder die uns schaden. Das sollten wir im Gebet immer bedenken.

3. Wir sollten immer demütig beten. Gott ist uns nichts schuldig. Er ist nicht verpflichtet, uns etwas zu geben bzw. unsere Gebete zu erhören. Jede Gebetserhörung ist ein Geschenk aus Gnade. Und so sollten wir es auch dankbar annehmen.

Ja, wir dürfen alles beten, aber nicht jedes Gebet gefällt Gott. Deshalb lasst uns in seinem Sinne beten für das Gute, für andere und immer in Demut.

„Von ganzem Herzen“ – Text: Lothar Gassmann (nach Ps 138), Melodie: Hans-Werner Scharnowski

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